Das Haus

Bei der „Eleonore“ handelt es sich um ein Einfamilienhaus im Rhein-Main-Gebiet. Ursprünglich wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut (zwischen 1910 und 1920 - genauer ist es uns nicht bekannt) und 2004 grundlegend renoviert, um den üblichen Stand an Komfort und Infrastruktur zu erreichen.

Das Ziel

Nach der ersten intensiven Renovierung hätte man es beim Erreichten belassen können: Durch die umfassende Wärmedämmung von Fassade, Kellerdecke und Fenstern und den Abriss eines nicht benötigten (ebenfalls ungedämmten aber beheizten) Nebengebäudes wurde der Energiebedarf schon drastisch gesenkt und hatte ein komfortables Maß erreicht.

Trotz dieser Verbesserungen war klar, dass durchaus noch mehr getan werden könnte, um

  • die Effizienz der Energienutzung zu steigen,
  • die Ausfallsicherheit zu steigern und
  • weniger abhängig von einzelnen externen Energielieferanten (Gas und Strom) zu werden.

Auch das investitionsfreundliche Zinsniveau hat dazu beigetragen, dass entsprechende Maßnahmen, die in den folgenden Abschnitten näher beschrieben werden, umgesetzt werden konnten. Dabei sollten die Investitionen in einem Rahmen bleiben, der unter realistischen Annahmen auch eine Ammortisation ermöglicht. Ein echter finanzieller Gewinn war aber nicht das Hauptziel der Maßnahmen.

Bauliche Randbedingungen

Das Haus hat einen Keller, zwei bewohnte Etagen und einen nicht ausgebauten Dachboden. Wohnräume und Dachboden befinden sich innerhalb der luftdichten, gedämmten Hülle, der Keller außerhalb.

Der Keller ist auf Grund der örtlichen Gegebenheiten recht feucht und hat für große Menschen keine Stehhöhe. Als Wohn- oder Lagerraum für feuchteempfindliche Gegenstände ist er daher ungeeignet. Entsprechend viel Platz bleibt zur Installation von „Technik“.

Das Dach, auf dem die Solar-Komponenten montiert sind (Solarthermieanlage und Fotovoltaikanlage) hat eine Neigung von 45° und eine Ausrichtung nach Nordwesten und Südosten. Die zur Montage geeignete Hälfte hat eine Bruttofläche von etwa 9 Meter (Traufe) mal 6,5 Meter (Ortgang). Durch einen Schornstein und Auslässe der Lüftungsanlage ist aber nicht die gesamte Fläche nutzbar. Im Winter fällt außerdem Schatten von Nachbarhäusern und Bäumen auf das Dach.

Dachfläche

Zustand der Energieversorgung

Der Zustand der Installation (vor und) nach der ersten Renovierung entsprach dem zum Zeitpunkt des Einbaus jeweils Üblichen:

Elektrizität

Das Haus wurde vor dem „Upgrade“ ausschließlich aus dem öffentlichen Netz mit Elektrizität versorgt.

Wärme

Bei der ersten, grundlegenden Renovierung könnte von der vorhandenen Installation als einer der wenigen brauchbaren Gegenstände der relativ neue Heizungskessel weiter verwendet werden. Erst wenige Jahre vor unserer Übernahme war die Heizung von Öl- auf Gas-Betrieb umgestellt worden, so dass der Kessel zwar nach der Renovierung überdimensioniert war (Vollwärmeschutz, Abriss eines vorher mitbeheizten Nebengebäudes), aber prinzipiell auf dem damaligen Stand der Technik und funktionstüchtig.

Im Zuge der Renovierung wurde das Warmwassersystem mit einem Trinkwasserpufferspeicher versehen, um die Effizienz des Kessels durch längere (und dafür seltenere) Betriebszeiten etwas zu verbessern.

Steuerung

Der Heizkessel verfügte über eine interne Steuerung mit Bezug zur Kesseltemperatur und Tageszeit / Wochentag.

Der Strom-Bezug war ungeregelt, nach aktuellem Bedarf.

Konsequenzen

Von dieser Ausgangslage aus wurden die verschiedene Projekte zur Verbesserung der Effizienz, Redundanz und Unabhängigkeit durchgeführt. Das Konzept wurde dabei grob zu Beginn vorgeplant. Die Umsetzung erfolgte dann Schritt für Schritt über mehrere Jahre, einerseits um die Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu verteilen, andererseits aber auch um jeweils mit dem erweiterten Gesamtsystem Erfahrung und Daten zu sammeln. Auf diese Weise konnten die jeweils neuen Teilanlagen des nächsten Projekts auf der Basis von aktuellen Daten statt Schätzungen dimensioniert werden.