Kachelofen

Für den Kachelofen waren eine ganze Reihe technischer Randbedingungen einzuhalten:

Umluftunabhängiger Betrieb

Durch den Vollwärmeschutz mit abgedichtetem Haus und Lüftungsanlage kann der Kachelofen die Verbrennungsluft nicht einfach aus dem Aufstellraum ansaugen, sondern muss sie separat zugeführt bekommen. In unserem Fall wird die Luft von unten, aus dem Kellerraum unter dem Wohnzimmer angesaugt, der selbst über direkte Frischluftzufuhr verfügt.

Emissionsgrenzwerte

Während der Planungsphase für den Kachelofen wurde die Verschärfung der Emissionsgrenzwerte für Feinstaub und CO2 für Kachelöfen angekündigt. Daher wurde natürlich darauf geachtet, dass der gewählte Ofen die vorgegebenen Emissionen nicht überschreitet.

Abbrandsteuerung

Da der Ofen nicht nur zur Unterhaltung, während jemand davor oder daneben sitzt betrieben werden soll, sondern auch zum Heizen, ist es nötig, dass ein Abrand soweit möglich automatisch abläuft, ohne dass zum Beispiel die Luftzufuhr manuell nachgeregelt werden muss. Es wurde daher ein Modell ausgewählt, das mit elektronischer Abbrandsteuerung ausgestattet werden kann. Das bedeutet, dass nach dem Einlegen und Anzünden des Holzes in der Regel keine weitere Aktion nötig ist. Der Ofen regelt den Abbrand über die Steuerung der Luftzufuhr mittels Drosselklappe in der Zuluftleitung, wenn anhand des Temperaturverlaufs im Brennraum erkannt wurde, dass das Anzünden geklappt hat.

Wasserregister

Der Ofen soll nicht nur direkt (durch Wärmestrahlung und erwärmte Luft) den Raum heizen, in dem er steht, sondern auch in das Heizungssystem eingebunden sein. Daher benötigt er ein Wasserregister, das über einen Kreislauf mit dem Wasserspeicher verbunden ist und dort erwärmtes Wasser einlagern kann.

Zusätzlich sind natürlich bei der Auswahl auch immer Preis und Verfügbarkeit zu berücksichtigen.

Da das Gerät (im Unterschied zu allen anderen) im Wohnzimmer installiert ist, sollte natürlich auch das äußere nett anzusehen sein und in die Umgebung passen. Das ist in diesem Fall relativ einfach, weil um den „technischen Ofen“ eine individuell zu gestaltende Hülle gebaut wird, die sehr variabel gestaltet werden kann. Wir haben uns dazu Ofenkacheln von Heinrichs Architekturkeramik anfertigen lassen.

Dimensionierung

Neben den äußeren Abmessungen des Ofens ist die Wärmeleistung ausschlaggebend. Sowohl die Gesamtwärmeleistung als auch die Aufteilung in direkt am Ort abgegebenen Wärme und in den Wasserspeicher geleitete Wärme sind Kriterien.

Gerät

Ausgewählt wurde der Ofeneinsatz HKD 2.2k SK der Firma Brunner. Dieser Ofeneinsatz hat eine kurze Bauform, die gut in den Raum passt, liefert ungefähr 8 kW Heizleistung, von denen 60 % bis 65 % über das Wasserregister an die Heizung abgeführt werden.

Der eigentliche Ofen, mit Wasserregister und Anschlüssen (hinten links die Anzeige der elektronische Abbrandsteuerung):

Ofeneinsatz

Die steinerne Hülle um den Ofeneinsatz mit Revisionöffnungen und Lufteinlässen:

Ofenhülle

Der fertig verkleidete Ofen:

der fertige Ofen